Das falsche Self-Care in einer Beziehung macht dich einsam. Kopfkino-reframed
Shownotes
Falsche Self-Care macht einsam: Warum Selbstfürsorge deine Beziehung heimlich sabotieren kann – und wie du beides verbindest. 💞
Neue Folge von „Kopfkino-reframed" mit Georg T. Roesl. Morgenroutine, Therapie, Grenzen setzen, Zeit für sich – all das gilt als gesund. Aber es gibt eine Form von Self-Care, die sich richtig anfühlt und trotzdem eine leise, schleichende Distanz in die Beziehung bringt. Anhand von sechs echten Community-Fragen zeigt Georg, wo aus Selbstoptimierung eine Einsamkeit zu zweit wird – und wie du Autonomie und Nähe wieder miteinander verknüpfst.
Themen dieser Folge:
– warum „Ich tue das doch für uns" beim Partner trotzdem als Ausschluss ankommt
– der Unterschied zwischen echter Erholung und Kontaktentzug (Stichwort „Entzugszeit")
– wann gesunde Autonomie in emotionale Unnahbarkeit kippt
– warum Therapie und Selbstreflexion kurzfristig Distanz schaffen können
– „Angst um uns" oder „Angst um sich"? – wie du Kritik richtig deutest
– drei einfache Alltagstools: die offene Tür, das stille Nebeneinander und die Unterscheidungsfrage
Keywords: Self-Care, Beziehung, Selbstfürsorge, Autonomie und Nähe, Bindung, Paarbeziehung, emotionale Nähe, Selbstoptimierung, Kommunikation, Beziehungspsychologie, Einsamkeit, Partnerschaft.
⏱️ Kapitel
– Intro – Wenn gute Self-Care einsam macht
– Morgenroutine: die unsichtbare Grenze
– „Entzugszeit": Erholung ohne Rückzug
– Unabhängig – aber nicht mehr erreichbar
– Wenn Therapie euch fremd werden lässt
– „Zu sehr auf dich fokussiert"?
– Der Entwicklungssprung nach 25 Jahren
– Fazit: Self-Care als Rückkehr, nicht Rückzug
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#SelfCare #Beziehung #MentaleGesundheit #Beziehungspsychologie #Kopfkinoreframed
Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn natürlich dieser Raum des Wachstums sich nicht gelegentlich mit dem eigenen Partner berührt, dann entsteht natürlich ein Gefälle.
00:00:07: Die Routine selbst ist jetzt nicht das Problem aber die Art wie sie gelebt wird.
00:00:11: Das macht den Unterschied
00:00:12: aus oder?
00:00:13: Und das ist echt ein ernstes Thema!
00:00:14: Da sollte man wirklich
00:00:15: im Blick behalten.
00:00:23: Herzlich willkommen bei Kopfkino Reframed dem Format, in dem wir heute mal wieder Gedanken, Gefühle und Beziehungsmuster genauer unter die Lupe nehmen.
00:00:32: Und zwar nicht mit erhobenen Zeigefinger sondern mit echtem Interesse an den Menschen!
00:00:37: Ich bin Markus und heute sitze ich wieder zusammen mit Georg Rösel, Autor Psychologie Researcher und jemanden, der man schon nach wenigen Minuten anmerkt dass er diese Themen nicht nur theoretisch kennt.
00:00:48: Georg, ich freue mich dass du heute da bist.
00:00:51: Das heutige Thema hat mich ehrlich gesagt selbst ein bisschen erwischt als sich die Community Fragen gelesen habe.
00:00:56: es geht um Selfcare in Beziehungen aber nicht um das was wir uns darunter vorstellen.
00:01:01: wenn wir jetzt mal an gemeinsame Fernsehabende mit dem Partner denken
00:01:05: Wie machen wir ja heute zu zweit noch im Fernseherabend oder?
00:01:09: Nee,
00:01:09: glaube ich.
00:01:09: Das schaffen wir heute nicht mehr aber wir haben hier ein Videoabend.
00:01:12: das ist ja auch was Schönes.
00:01:13: Wir
00:01:13: zählen quasi nicht als Partner auf der Couch sozusagen.
00:01:17: Nee, glaub ich noch nicht.
00:01:19: Noch nicht nach so vielen Jahren da Wahnsinn!
00:01:21: Ja vielleicht
00:01:22: im Altenheim dann.
00:01:25: Der gefällt mir der Gedanke mal und das war ein schönes Bild.
00:01:27: Vielen Dank dafür.
00:01:29: Markus Danke schön dass wir heute wieder zusammen sind und hallo an alle da draußen.
00:01:34: Ja, das ist ja wirklich eines dieser Themen bei dem man ja auf den ersten Blick auch denkt.
00:01:41: Wer könnte denn eigentlich gegen selbst für Sorge sein?
00:01:44: Das ist ja unser großes Trend Thema wie so viele Trendthemen in online Foren und Videos und Tiktoks Selfcare Da wird es ja richtig spannend, weil wer kann denn da eigentlich dagegen sein?
00:01:56: Ja gut ich vielleicht aus der Kontraposition heraus aber mal gucken.
00:02:00: Aber wenn man ja genauer hinschaut dann merkt man ja Es gibt eine Version von Self-Care die sich richtig anfühlt und trotzdem eine ganz leise schleichende Distanz in Beziehung erzeugt.
00:02:11: Und genau das wollen wir heute mal auseinandernehmen mit unseren Fragen aus der Community.
00:02:15: Aber bevor wir starten, wer sich heute zum ersten Mal hier einfindet ihr könnt uns gerne Fragen schicken Fälle, Schildern und Gedanken teilen wie immer die Links dazu in der Beschreibung.
00:02:27: aber jetzt gleich einmal direkt rein in die Thematik.
00:02:29: Wir fangen heute mit einer Frage an Die mich wirklich bewegt hat weil ich glaube dass sich viele darin wieder finden werden.
00:02:36: Janine hat uns geschrieben Und sie schreibt, ich mache seit zwei Jahren konsequent meine Morgenroutine.
00:02:43: Sport, Journalik und Meditation.
00:02:45: Mein Partner sagt mir immer öfter, dass er sich ausgeschlossen fühlt.
00:02:49: Ich verstehe ihn ehrlich gesagt nicht!
00:02:51: Ich tue das ja für mich und unsere Beziehung.
00:02:54: Warum macht der das nicht mit?
00:02:56: Warum ist es plötzlich ein Problem?
00:03:00: Ja so starten natürlich vielleicht dann schon die ersten... Beziehungsprobleme, die dann in den verschiedenen Modellen vielleicht auch nicht mehr so gut dann funktionieren.
00:03:12: Weil man natürlich auch nicht miteinander redet.
00:03:14: das hört man schon in den Aussagen von Janine da macht sie ja nichts falsch.
00:03:19: aber es ist auch ein bisschen so eine Art Klassiker in den Missverständnissen einer Partnerschaft.
00:03:25: Aber ich höre natürlich auch was dein Partner dir eigentlich sagen will Janin und dass ist vielleicht der entscheidende Punkt.
00:03:32: Er fühlt sich ja nicht abgehängt, weil deine Routinen falsch sind.
00:03:35: Es klingt ein bisschen nahe nach.
00:03:37: Er fühlt sich abgehängend, weil Rituale die man alleine macht und die für einen selbst sehr bedeutsam sind unsichtbar und leise Grenzen in einer Beziehung ziehen können.
00:03:49: es gibt da ein Konzept in der Psychologie das nennt sich autonomie verbundenheitsbalance Autonomie, also die Eigenständigkeit, Verbundenheitsbalance.
00:04:01: Ich glaube das machen wir ja manchmal sehr gut und manchmal kommen wir aus der Balance und die Übung ist eigentlich immer wieder in die Balance zu kommen.
00:04:09: Das heißt quasi dass Gleichgewicht zwischen persönlicher Unabhängigkeit und emotionaler Nähe in einer Beziehung.
00:04:19: Und was da passiert ist folgendes Du wächst in deiner Welt und wirst stabiler, stärker ausgeglichener.
00:04:27: Und du kennst dich natürlich am Ende des Tages auch selber einfach besser.
00:04:32: Das ist auch wunderschön und genau das Richtige.
00:04:35: Aber wenn dieser Raum des Wachstums sich nicht gelegentlich mit den eigenen Partner berührt dann entsteht ein Gefälle.
00:04:44: Er sieht eine Janine die immer mehr wird, die wächst, gedeiht und fragt sich innerlich... Was bin dann ich eigentlich noch in unserem gemeinsamen Bild?
00:04:55: Und deswegen fehlt da ja auch viel Abstimmung einfach.
00:04:57: Ich
00:04:58: glaube, das ist ein interessanter Punkt.
00:05:00: Wäre es so etwas wie die Routine selbst, dass jetzt nicht das Problem an sich, aber die Art, wie sie gelebt wird, macht den Unterschied aus oder?
00:05:08: Ja genau Markus!
00:05:10: Das ist ein guter
00:05:10: Punkt.
00:05:12: Und es gibt ja ein wirklich hilfreiches Bild aus der Bindungsforschung von John Gottman, der wirklich große amerikanische Beziehungsforscher hat mal gesagt.
00:05:23: Paare die langfristig zusammenbleiben haben nicht weniger Individualität und eigenes Leben.
00:05:29: Was
00:05:31: fällt mir ein?
00:05:31: Hast du nicht mal was über deinem Beziehungmodell zu Hause erzählt?
00:05:35: Da hattest du auch so ein schönes Modell.
00:05:36: wie waren das?
00:05:37: nochmal
00:05:38: Wenn das so weitergeht, wenn ich so oft darüber gefragt werde.
00:05:40: Ich schreibe mal ein Buch darüber den Titel hätte ich schon.
00:05:43: Das ist nämlich mein drei Phasenmodell dass sich vor langer Zeit quasi als in den Beziehungen du kennst es ja vielleicht auch ein bisschen man ist dann so fünf Jahre zusammen da ist mehr zehn jahre zusammen dann trennen sich die ersten schon wieder im Freundeskreis und ich habe mich dann immer gefragt wieso funktioniert das bei uns ganz gut?
00:06:01: Und bin das auch öfters mal gefragt worden.
00:06:03: und dann kam immer einmal die Antwort für mich relativ simpel Und da hatte ich noch gar nicht so viel mit Psychologie auch zu tun, mit dem Blick dahinter.
00:06:11: Nämlich mein Leben, ihr Leben unser Leben.
00:06:15: So habe ich das immer beschrieben und genau das fand ich gerade ja auch passend dass eine ohne des anderen schon auch geht und gleichzeitig natürlich das Miteinander weil wir in vielen Bubbles einfach aus meiner Sicht leben und leben sollten in der gemeinsamen, in deiner eigenen, in denen zusammen.
00:06:36: Aber sie bauen natürlich sogenannte Brücken.
00:06:38: Emotionale Verbindungspunkte ist wichtig, kleine Momente der Einladung und des Interesses in das Leben des jeweiligen anderen.
00:06:46: Ich werde später muss ich gleich noch eine WhatsApp schreiben an meinen Patenkind.
00:06:50: Das ist jetzt dies nach London geflogen.
00:06:52: Gleich mal fragen wie es ihr da geht.
00:06:54: Das sind so die kleinen Brücken, die man da baut.
00:06:58: Und daher sage ich ja immer dein Leben mein Leben unser Leben Das können aber auch winzige Dinge sein.
00:07:05: Janine könnte ja ihren Partner auch Markus abends kurz mal erzählen, was ist denn dir beim Journalien heute so durch den Kopf gegangen?
00:07:12: Was hatte ich denn da so bewegt?
00:07:14: Man muss ja nicht alles teilen, eine Tür offen lassen.
00:07:17: das ist so.
00:07:18: das Credo dass man da haben sollte.
00:07:20: Das Signal sollte einfach lauten mein inneres Leben schließt dich ja nicht aus.
00:07:26: Ich glaube, das ist ein gutes Bild.
00:07:27: Also einmal das mit der offenen Tür und auch die Betrachtung der verschiedenen Leben.
00:07:31: Das ist ein Punkt, den man sich gut mitnehmen kann.
00:07:35: Genau dazu passt auch die nächste Frage, die uns von Thomas erreicht hat.
00:07:40: Er schreibt uns, ich brauche nach der Arbeit jeden Tag mindestens eine Stunde komplett für mich.
00:07:47: Ohne Gespräche ohne Anforderungen.
00:07:49: Meine Frau nennt es inzwischen meine Entzugszeit.
00:07:53: Sie sagt, sie fühlt sich nach dem langen Arbeitstag auch erschöpft und wäre gern einfach kurz zusammen mit mir.
00:07:58: Ich verstehe nicht warum das so ein Riesenproblem ist.
00:08:01: Erholung ist doch wichtig!
00:08:05: Ja da kann man nur sagen dass er erstmal für sich da genau das Richtige macht.
00:08:12: ich glaube wie gut kannst du das nachvollziehen aus deiner Sicht?
00:08:15: Das kann man gut nachvollzielen.
00:08:16: also ich sage mal wie auch immer man es ausgestaltet aber das ist natürlich schon Man muss erst mal runterkommen.
00:08:23: Wie geht es bei dir, wenn du nach der Arbeit mal so einen anstrengenden Arbeitstag hast?
00:08:27: Bei mir beginnt das natürlich schon beim Autofahren.
00:08:30: Das abschalten wir also oder das unterkommen?
00:08:31: Genau, das fängt da schon an.
00:08:32: Das fand
00:08:33: ich früher auch schon immer bei mir gut.
00:08:34: diese manche Leute meckern hier über den langen Heimfahrtweg.
00:08:38: Ich muss sagen diese fünfzehn-zwanzig Minuten... Früher war es ja sowas, zwanzig minuten würde ich sagen.
00:08:43: Ja, dass ist immer meine Runderkommenszeit mich dazu umschalten zu können
00:08:48: Das geht sowohl beim Autofahren als auch im ÖPNV.
00:08:51: Da hat man eigentlich immer... Gute Möglichkeit, das gleich direkt zu
00:08:54: nutzen.
00:08:54: Finde ich auch.
00:08:55: Man muss halt die richtige Perspektive drauf haben.
00:08:57: Also Thomas du hast da absolut recht.
00:09:00: Erholung ist absolut extrem wichtig!
00:09:03: Auch ich kenne es selber von mir nach Tagen mit extrem vielen Informationen wenn da mein Hirn rattert wie verrückt.
00:09:09: ja dann brauche ich hier selbst meine Ruhe und oft auch mal direkt nachdem ich heim komme kurzes Hallo wie geht's?
00:09:16: Und dann gehe ich in meinen Zimmer und brauche einfach fünfzehn bis zwanzig Minuten mit mir alleine um einfach mal runterzukommen.
00:09:24: Das Gehirn verbraucht zwanzig Prozent der Tagesenergie, also nur allein Hirnarbeit kann sehr anstrengend sein und sehr viel Energieverbrauchen.
00:09:32: Aber trotz alledem steckt natürlich in dem was deine Frau sagt eine Information die es sich einfach jetzt mal lohnt dass wir sie uns genauer anschauen.
00:09:42: Sie nennt das ja Entzugszeit.
00:09:45: Also ist ja wie wegnehmen.
00:09:47: Das ist sicher nicht als Vorwurf gedacht, aber das ist ein Bild und Bilder sind in Beziehungen immer aufschlussreich.
00:09:55: Weil was hier passieren könnte es gibt unterschiedliche Regulationstypen.
00:10:01: Arten wie verschiedene Menschen innerlich auftanken und sich beruhigen.
00:10:08: Introventierte Menschen und das klingt so ein bisschen nach dir vielleicht Thomas?
00:10:13: Ladenenergie oft in der Stelle auf.
00:10:17: Sie brauchen einfach Ruhe, kenne ich ist bei mir nicht anders.
00:10:20: ja denn von meiner Extrovertiertheit die ich quasi durch meinen jetzigen Job als Redner Kursbegleiter Speaker und auch Veranstaltungen habe brauche ich oft von dieser ganzen Sprechzeit- und Hörnarbeit und Gesprächen und Dialogsthemen auch meine Ruhe.
00:10:42: Aber was passiert denn, wenn ein Partner seinen Erholungsbedürfnis konsequent alleine und mit einer festen Grenze schützt?
00:10:50: Was ich fast schon als richtig sehen würde.
00:10:53: Ohne den anderen einzuladen zumindestens kurz zum Beispiel daneben zu sein Dann erlebt er natürlich etwas was Forschung den Kontakt entzugnennen.
00:11:04: ja Der Partner hat quasi das Gefühl, emotional nicht mehr erreichbar zu sein.
00:11:10: Deine Frau will wahrscheinlich gar keine Gespräche nach der Arbeit als Beispiel.
00:11:14: Sie will vielleicht einfach kurz neben dir sitzen und Verbindung spüren.
00:11:20: Das ist ein ganz wichtiger Sachen – ich hatte das gestern auf einer Podiumsdiskussion – was uns in der westlichen Welt immer wieder fehlt ... spirituelle spüren, diese Energie des Partners, dessen da ist.
00:11:36: Das ist vielleicht auch eine positive oder gewöhnte Energie kommt.
00:11:41: Ein vertrautes Umfeld an Energie!
00:11:45: Und ein Festes in den Arm nehmen, hab dich lieb.
00:11:49: Ein Küsschen wirkt bei Frauen übrigens als kleiner Hinweis oft einfach wundern.
00:11:53: Frauen sind emotionaler als Männer und sie möchten natürlich solche Signale nehmen die noch viel positive auf als wir Männer.
00:12:03: ja?
00:12:05: Schau doch einfach mal ob du vielleicht zwanzig Minuten für dich machen kannst Dann zehn Minuten mit deiner Frau und dann wieder zwanzig Minuten ist quasi natürlich eine komplette Prozessänderung.
00:12:16: Aber ich finde es natürlich immer mal ein Versuch wert, dort sich ein bisschen anzupassen und die Frau mit einzuladen.
00:12:24: Das klingt auf alle Fälle so nach einem feinen aber durchaus entscheidenden Unterschied.
00:12:28: also man muss nicht immer reden aber trotzdem präsent sein.
00:12:33: Ja, exakt Markus.
00:12:34: Und da gibt's auch ein Tool das ich wirklich oft empfehle weil es einfach so simpel ist.
00:12:42: Gemeinsame Erholung ohne Verpflichtungen zu Gesprächen oder Aktivität.
00:12:47: also wir haben das auch selber Bei uns zu Hause, jede Woche Freitagabend haben wir da ein Ritual.
00:12:53: Da reden wir aber auch, aber wir genießen unsere Zeit in unserem kleinen Billoworldpool jeden Freitags, zwanzig bis vierzig Minuten oder einfach zwanzich Minuten nebeneinander sein.
00:13:05: Er liest was sie entspannt sich keine Erwartung gerade Erwartungen ist der Schlüsselmoment.
00:13:11: wenn du Erwartungsrhein steckst und Sie wird nicht erfüllt muss man auch erstmal reflektieren, ob auch die Erwartung angebracht ist.
00:13:20: Ich finde wir haben das im Job jede Woche was ganz normal ist und da muss man miteinander reden, muss es wieder abstimmen der eine schon zwei Tage vorher, der andere hat einen Tag liegen lassen oder umgekehrt und dann muss man sich wieder nivellieren.
00:13:34: Das klingt zwar banal aber es sendet einfach ein starkes Signal.
00:13:37: ich bin erschöpft und ich erholen mich aber auch in deiner Nähe Thomas.
00:13:42: Das führt auch zu einer wirklich noch guten oder verbesserten Bindo.
00:13:48: Ja, ich glaube das muss man auch erst mal kurz wirken lassen so dieses stille nebeneinander als Bindungsakt wenn man das mal so sieht.
00:13:56: ja gut dazu passt auch gut.
00:13:58: unsere nächste Frage was Sandra uns geschrieben hat.
00:14:02: Ich war früher total emotional abhängig von meinem Partner.
00:14:06: jetzt habe ich hart an mir gearbeitet.
00:14:07: ich brauche keine Bestätigung mehr ich reguliere meine Gefühle selbst.
00:14:12: ich bin nicht mehr klamant.
00:14:14: Mein Partner sagt dabei, er fühlt sich jetzt überflüssig.
00:14:17: Ich habe doch genau das gemacht was man machen soll.
00:14:20: Warum ist denn das falsch?
00:14:24: Fangen wir mal damit an dass falsch vielleicht gar nicht so das richtige Wort dafür ist.
00:14:32: Denn Sandra, das ist ein so wichtiges Beispiel, das du hier bringst weil du wirklich etwas Großartiges auch geleistet hast.
00:14:41: und by the way wie man es macht, macht man's natürlich falsch.
00:14:44: Markus das kennen
00:14:46: Ja, davon kann man so ein Lied singen.
00:14:48: Also arbeitstechnisch natürlich immer in der Beziehung zu dir auch hin und wieder.
00:14:52: aber ich habe ja das was wir vorhin schon erwähnt haben so ein bisschen diese stille Nebeneinander mit dir hab' ich ja auch perfektioniert.
00:14:58: Das kann ich nur bestätigen mein Lieber!
00:14:59: Das ist absolut richtig!
00:15:02: Aber gut zu wissen darauf komme ich mal... mit meinem Avatar, dass ich mal für uns beide vielleicht mal bauen werde.
00:15:10: Dann können wir quasi die schweigenden Waldorf und den schweigenen Statler nebeneinander setzen.
00:15:16: Wofür man uns ja ab und zu mal hält was ich ja sehr witzig finde?
00:15:20: Ja ist das hier ein richtig gutes Bild.
00:15:23: Da muss ich auch schmunzeln da muss ich sagen aber zurück zu Sandra dein Fall zeigt gleichzeitig etwas das im Bereich der Selbstentwicklung noch viel zu wenig besprochen wird, weil wir kennen ja alle diese Self-care und Selbstentwicklung und Optimierung.
00:15:39: Aber es gibt halt einen Riesenunterschied zwischen gesunder Autonomie und emotionaler Unabhängigkeit.
00:15:46: in der Bindungstheorie von Mary Ainsworth gibt es das Konzept der sicheren Bindung eine Beziehungsform in der beide Partner sowohl unabhängig als auch näher zulassen können.
00:16:02: Man könnte auch sagen, das ist ein Stück weit der heilige Gral vielleicht auch.
00:16:07: Sichere gebundene Menschen brauchen keine Bestätigung im alten Sinne aber sie lassen es zu, gebraucht zu werden nicht auf Schwäche sondern weil das Teil von Liebe ist ja?
00:16:19: Weil wenn dein Partner sagt er fühlt sich überflüssig dann sagt ihr dir eigentlich ich sehe nicht mehr wo ich in deinem Leben eigentlich statt finde oder einen Unterschied mache.
00:16:32: Das ist etwas, dass man ernst nehmen sollte.
00:16:35: Wirklich das ist ein knackiger Punkt nicht als Kritik an deiner Entwicklung sondern aber es Einladung Autonomie und Verbundenheit miteinander in eurer Beziehung offen und ehrlich zu verknüpfen um mehr Stärke da rein zu bekommen anstatt Trennung.
00:16:54: Das heißt so bisschen übersetzt?
00:16:55: Es geht darum gelegentlich auch Bedürftigkeit zuzulassen ohne dabei in alte Muster zurückzufallen.
00:17:01: oder
00:17:01: Ja, genau Markus.
00:17:03: Genau so würde ich das auch sagen und es ist ja gar nicht so schwer wie's vielleicht klingt im ersten Moment.
00:17:09: ein kleiner Schritt wäre dass sich das Einladen statt fordern nenne den anderen bewusst in das eigene Leben in deinen eigenen Gedanken ohne Druck her reinlassen und auch ohne Abhängigkeit zu schaffen.
00:17:24: Da.
00:17:25: Sandra könnte zum Beispiel ihren Partner sagen, ich bin jetzt wirklich stabiler und ich schätze wie du mich in dieser Zeit meine eigenen Entwicklung begleitet hast.
00:17:35: Ich möchte das gerne auch so in Zukunft haben – Das ist nicht Regression!
00:17:40: Das ist also quasi kein Rückfall im alten Muster.
00:17:43: Das ist Reife in der Verbundenheit Sandra.
00:17:48: Ich glaube es berührt viele vielleicht von euch da draußen die gerade so Ähnliches erleben.
00:17:54: kommt auch der schöne Übergang zur nächsten Frage von Michael.
00:17:58: Er schreibt uns, ich gehe seit einem Jahr in Therapie und arbeite wirklich intensiv an mir.
00:18:04: Meine Partnerin sagt dabei jetzt, seit der Therapie bin ich anders distanzierter analytischer weniger spontan.
00:18:11: Sie fragt sich ob das noch sie ist die ich liebe oder nur ein Konzept davon?
00:18:16: Ich verstehe das überhaupt nicht!
00:18:17: Ich werde doch besser!
00:18:25: Respekt, dass du dich in Therapie begeben hast und dass du das auch so offen kommuniziert.
00:18:29: Therapie ist echt Arbeit, echt harte Arbeit!
00:18:33: Und die Tatsache, dass Du das machst sagt viel über Dein Mut aus.
00:18:36: aber deine Partnern benennen natürlich etwas sehr reales was ja fast schon automatisch dann passiert.
00:18:42: Ja und das Spannende daran ist Aus meiner Sicht Es ist überhaupt gar kein Widerspruch Dass Du besser wirst und Dich In deiner Therapie entwickelt und gleichzeitig eine Distanz entsteht.
00:18:55: was passiert in intensiver Selbstreflektion, die du gerade wahrscheinlich durchmass?
00:19:01: Man entwickelt eine neue Sprache und ein neues Denken für sich selber.
00:19:05: Man versteht Dinge, die man früher nicht verstanden hat!
00:19:09: Und das ist ein Prozess der erstmal einsam macht weil der Partner natürlich nicht automatisch in dieser neuen Sprache mitsprechen kann ja und auch nicht verstehen kann.
00:19:20: Die Systemikerin Virginia Satir hat einmal sinngemäß gesagt, Beziehungen verändern sich wenn einer der Partner wächst.
00:19:29: Klingt auch ganz logisch!
00:19:30: Aber das ist keine Katastrophe.
00:19:32: aber es braucht natürlich aktive Brückenarbeit um die Verbindung zu halten.
00:19:40: Michael was deine Partnerin wahrscheinlich beschreibt ist ein Gefühl von Fremdheit oder gefühlte Ablehnung.
00:19:47: Sie vermisst dich einfach nicht den alten Michael, sondern das Gefühl, dich weiterhin noch zu kennen.
00:19:57: Also wäre so ein sinnvoller Schritt sie wirklich an dem Prozess teilhaben zu lassen und nicht als Co-Therapeutin, sondern eher als Partnerin?
00:20:05: Natürlich was ihr ja auch ist... bleiben sollen und sich da mitentwickeln soll.
00:20:11: Und niemand soll ihr auch alles erzählen, das wäre aus meiner Sicht sogar falsch.
00:20:15: aber Brücken bauen.
00:20:18: Das kann so einfach sein wie ich merke.
00:20:20: ich veränder mich gerade dann weiß der andere schon Bescheid.
00:20:23: ah okay bei dir passiert grade was.
00:20:25: wir sind nicht auf der ich nenn's mal gerade gleich schwingenden Basis sondern bei dir entwickelt sich etwas ja?
00:20:33: Ich finde das gut aber ich will dass du mich dabei noch weiterhin kennst mich auch verstehst.
00:20:38: Und das ist ein Satz, der einfach Türen öffnet.
00:20:42: Eine Idee die ich dir mal empfehle ist das sogenannte Entwicklungsgespräch oder was passiert in mir gerade Gespräch?
00:20:49: Einfach als echten Austausch den man vielleicht auch in vielen Beziehungen regelmäßiger zum Austauschen nutzen sollte, was man gerade fühlt und denkt, was sich gerade in einem verändert.
00:21:04: ist redender doch Gold.
00:21:07: Auf jeden Fall in der Beziehung.
00:21:09: Ja, glaube ich ein Punkt den man sich wirklich mitnehmen kann.
00:21:12: Dazu vielleicht auch die nächste Frage von Lea aus Frankfurt.
00:21:16: Sie hat uns geschrieben Ich versuche gerade auf meine eigenen Bedürfnisse zu hören.
00:21:21: Das habe ich mein ganzes Leben lang nicht getan.
00:21:24: Mein Freund sagt Ich sei jetzt zu sehr auf mich fokussiert.
00:21:28: Aber wenn ich endlich mal anfange auf mich zu achten, bekomme ich Schuldgefühle eingeredet.
00:21:33: Das macht mich wütend!
00:21:34: Ist das nicht typisch?
00:21:36: Weil da ist quasi das H in der Suppe, muss man da schon genau aufpassen.
00:21:41: und Lea deine Wut ist da komplett berechtigt.
00:21:44: Und ich möchte da gleichmal sagen Ich nehme deine Ansicht da sehr ernst weil er eine wichtige Differenzierung verdient hat den du gerade auf den Tisch bringst.
00:21:54: Es gibt nämlich zwei sehr verschiedene Szenarien die sich äußerlich sehr ähnlich sein können.
00:22:01: Das erste ist ein Partner sabotiert aktiv deine Selbstentwicklung, weil er Macht verliert oder unsicher wird und das ist echt ein ernstes Thema, das sollte man wirklich im Blick behalten.
00:22:13: Das zweite kann natürlich sein du machst gerade einen echten Reifeprozess durch eine richtige Phase intensiver persönlichen Wachstum und deinem Partner versteht es einfach noch nicht was das für ihn eigentlich bedeutet und das macht ihm vielleicht Angst.
00:22:31: Beides kann sich nach dem gleichen Vorwurf anfühlen, was ich dir aber da mal mitgeben möchte ist gesunde Self-Care schließt nicht den anderen aus.
00:22:43: es lädt ihn eigentlich ein wenn du auf deine Bedürfnisse hörst aber gleichzeitig auch transparent bleibst.
00:22:52: Das könnte zum Beispiel sein Ich merke, dass ich gerade für mich mehr Zeit brauche und ich erkläre dir auch gerne warum.
00:23:01: Dann gibst du deinem Partner quasi die Möglichkeit zu verstehen das gerade sich was bei dir innerlich verändert oder du es etwas verarbeitest was du mit dir ausmachen möchtest ja statt sich nur übergangen zu fühlen Und er am Ende noch denkt, dass du dich emotional entfernt.
00:23:19: Das wäre natürlich das schwierigste daran.
00:23:23: Und wie erkennt man dann, welches Szenario da jetzt eigentlich zutrifft?
00:23:27: Also das ist doch eigentlich das Schwierige daran.
00:23:31: Ja absolut, das ist eine gute Frage mein Lieber!
00:23:34: Es gibt ja eine innere Unterscheidungsfrage die ich wirklich hilfreich finden würde und da muss man halt ins Detail genau schauen.
00:23:43: Kritisiert meinen Partner mich weil er Angst um uns hat oder weil er Und das ist der Casus knackzus auch.
00:23:52: Angst um uns klingt nach ich vermisst dich, fair enough.
00:23:56: Ja?
00:23:57: Angst um singt, das klingt natürlich ganz anders.
00:24:01: Du darfst nicht größer werden als ich selber und dass es natürlich auch ein Unterschied wie man Beziehungen leben möchte ja denn der sich auch oft im Ton zeigt und nicht nur in Worten.
00:24:13: Ich finde da sieht man gut wie schwierig das im Alltag oft ist diese Unterscheidung dann zu treffen.
00:24:19: Ich glaube, da finden bestimmt auch ein paar Diskussionen statt.
00:24:23: Ja dazu passt vielleicht auch die Frage von Petra Guth rein?
00:24:26: Sie hat uns geschrieben wir sind seit twenty-fünf Jahren verheiratet.
00:24:29: Mit Wunsch?
00:24:30: Von meiner Seite auch und vor zwei Jahren hatte ich angefangen sehr intensiv auf Ernährung Sport und Schlaf zu achten.
00:24:37: Ich fühle mich so gut wie nie.
00:24:39: Mein Mann macht das alles nicht mit und wirkt immer trauriger.
00:24:42: Er sagt, er fühlt sich wie ein Fremder neben mir.
00:24:45: Ich weiß nicht mehr ob ich mich um mich oder um ihn kümmern soll
00:24:50: Und dann muss man sich gegenseitig übereinander kümmern.
00:24:53: wenn mein erstes Gedanke.
00:24:55: aber Petra was du da beschreibst ist ja ein klassisches Dilemma langjährige Beziehungen Ein Partner macht einen Entwicklungssprung Passiert immer wieder Der andere bleibt quasi bildlicht in der alten Situation dann quasi in der Entwicklung stehen auf dem letzten Stand fast schon wie die Software, die kein Update bekommt.
00:25:18: Das tut aber dann quasi auf beiden Seiten weh.
00:25:21: Er hängt hinten her sie sieht das er hinterher hängt, er jammert und schon fühlen sich beide natürlich dann sehr unwohl.
00:25:28: Und dass tut beidenseiten auch sehr weh ja?
00:25:32: Ich kenne diese Dynamik aus dem eigenen Leben.
00:25:34: es ist verdammt anstrengend einer solchen Veränderung bei zu wohnen, egal auf welcher Seite du eigentlich stehst.
00:25:41: Besonders wenn du natürlich empathisch gegenüber deinem Partner bist und sein willst und bleiben willst natürlich auch.
00:25:48: Meine Erfahrung zeigt da mir man darf es aber nicht so persönlich nehmen sondern sollte auch versuchen den anderen ja zu unterstützen.
00:25:55: ich finde das immer toll wenn der andere sich weiterentwickelt.
00:26:00: leicht ist es natürlich nie weil man erstmal verwundert ist und dann finde ich geht's natürlich in das thema auch rein des anzunehmen zusammen.
00:26:06: hey ja das leben besteht einfach aus ganz ganz vielen phasen sowohl im Leben an sich, im Leben zusammen bei einem Menschen selber.
00:26:16: Und das ist glaube ich auch die Würze in so einer Beziehung aber auch die Schwierigkeit.
00:26:21: Das Entscheidende ist du musst dich nicht zwischen dir und deinem Mann entscheiden.
00:26:25: Ich finde dass es ganz entscheidend da überhaupt gar keine Entscheidung gefragt.
00:26:29: In die Falle darf man auch gar nicht tappen.
00:26:33: Aber frag dich doch mal hast Du ihn eigentlich wirklich eingeladen?
00:26:37: Und ich meine jetzt nicht damit, dass du sagst, nicht in deinem Sportprogramm sondern in deinen Erleben.
00:26:44: Warum machst du das eigentlich?
00:26:45: Was tut dir dabei so gut und auch in einer Formulierung, dass es ihn nicht ausschließt?
00:26:52: In der Paartherapie habe ich mal gelesen sprechen wir von der Bedeutungsbrücke.
00:26:58: man teilt nicht die Oberfläche einer Veränderung, sondern den emotionalen Hintergrund.
00:27:05: Ja, was passiert in dir?
00:27:07: Dein Mann muss deine neue Prioritäten ja nicht teilen.
00:27:12: Also ich tät auch Gottlob... Ich jogg doch da keine Idee her wenn ich keinen Bock auf Joggen habe.
00:27:17: Aber wenn er versteht warum dir das so wichtig ist und was es in dir auslöst kann er sich vielleicht wieder mit dir verbinden Und das nicht als Sportpartner, da würde Markus und ich sofort streiten.
00:27:31: Sondern einfach
00:27:32: als
00:27:33: Lebenspartner der inhaltlich daran teilnehmen darf.
00:27:37: Das ist ein schönes Bild, glaube ich, also gerade nach twenty-fünf Jahren Ehe den anderen jetzt nicht unbedingt in die eigene Praxis operativ mit hinein holen aber in das eigene erleben mich.
00:27:46: Markus
00:27:46: und Ich im Strickhaus unserer Frauen.
00:27:48: Wer vielleicht auch was?
00:27:50: Meine Frau strickt mich
00:27:51: noch nicht!
00:27:52: Wart ab, wenn die Phase kommt.
00:27:53: Dann ist vorbei.
00:27:54: Ja mal schon!
00:27:56: Ja genau Markus in das eigene Erleben da hast du genau den Punkt gehabt.
00:28:01: und da steckt noch ein anderer wichtiger Aspekt natürlich auch drin langfristige Beziehungen brauchen gemeinsame Geschichten und nicht unbedingt gemeinsame Routinen.
00:28:11: sie brauchen gemeinsamme Geschichten Ja.
00:28:14: Und Petra, wenn du deinen Mann heute Abend nicht sagst ich komme vom Joggen sondern weißt du was ich heute mir beim Laufen gedacht habe?
00:28:23: Dann ist das quasi der feine Unterschied zwischen einschließen und einladen.
00:28:31: So kommt auch Kommunikationszustand.
00:28:33: Das ist dann etwas anderes als irgendwie den Fernseharbend am Sonntag mit dem Tatort zu verbringen.
00:28:37: Da
00:28:37: bin ich superantwortlich!
00:28:40: Ja, manchmal ist es auch gut.
00:28:43: Es
00:28:44: ist ja auch eine Art von Kommunikation.
00:28:46: Immer muss ich noch richtig verstehen.
00:28:49: Jetzt haben wir schon sechs verschiedene Geschichten gehört und ich bemerke dass sich durch alle so ein gemeinsamer Faden zieht.
00:28:58: So bevor wir zum Abschluss wieder kommen können wir gemeinsam etwas verdichten was in die zentralen Erkenntnisse aus dieser Episode mitnimmt?
00:29:08: Die zentralen Erkenntnisse aus der Gefichte, das ist eine gute Idee.
00:29:16: Ja dann mache ich das mal ganz gerne dialogisch mit dir Markus weil du hast ja heute wirklich gute Fragen gestellt die das wesentliche Community hat.
00:29:27: super Fragen gestellt, die der Markus extrem gut rüber gebracht hat.
00:29:33: Und ja, dann gehen wir da mal rein.
00:29:37: Das klingt quasi erstmal provokant aber es stimmt wenn ich ausschließlich in meinen Entwicklungen investiere und dabei keine Brücken zum Partner baue Dann optimiere ich mich aus der Beziehung heraus.
00:29:54: das klingt paradox und genau das ist es.
00:29:57: man wird besser Aber gemeinsam wird es nicht.
00:30:01: Es wird nicht gemeinsamer Man wird besser, aber gemeinsamer wird es nicht.
00:30:07: Das heißt der Irrturm ist zu glauben wenn es mir gut geht geht es uns automatisch auch gut?
00:30:12: Ja genau das ist der klare Irrtum in dieser Sache.
00:30:17: Und der ist übrigens auch sehr weit verbreitet, weil er sich so logisch anfühlt als wie wenn sich meine gute Laune immer automatisch auf den anderen überträgt ja?
00:30:25: Also Salopp gesagt würde ich sagen, wenn ich im Lotto gewinne überträge das jetzt auch nicht automatisch.
00:30:34: Aber eine Beziehung ist ein eigenes System, ein Gebilde mit eigenen Regeln Bedürfnissen und Dynamiken.
00:30:41: Das mehr ist als die Summe seiner Teile ja?
00:30:44: Und dieses System braucht auch Pflege nicht nur die Einzelperson darin der sich auch umsich selber kümmert sondern das Gebilde.
00:30:52: Ja Die zweite Erkenntnis könnte da sein Der Partner braucht kein Einladungsrecht zu deiner Routine aber ein Einladungen recht zu deinem erleben.
00:31:02: Das ist aus meiner Sicht der Kernunterschied, der sich durch alle sechs Fälle auch so ein bisschen zieht.
00:31:09: Es geht nicht darum was du tust sondern darum ob du den anderen noch an deine inneren Erlebenswelt und Gefühlswelt- und Emotionenwelt teilhaben lässt.
00:31:20: Ja das ist glaube ich ein wirklich wichtiger Satz weil er beides schützt die eigene Freiheit und die Verbindung.
00:31:28: Und das führt er dann auch zur dritten Erkenntnis.
00:31:32: Gesunde Self-Care ist in einer Beziehung nicht Rückzug, sondern quasi Rückkehr.
00:31:39: Ich lade mich auf damit ich wieder bei dir sein kann.
00:31:42: Das ist übrigens der Satz gefällt mir auch extrem gut.
00:31:45: Ich laude mich auf, damit die wieder beid ihr sein können.
00:31:48: Ja so geht es gesunden wie kranken und du musst Energie wiederaufbauen ja?
00:31:53: Und das ist etwas ganz anderes!
00:31:55: Ich lades mich auf und lass mich in Ruhe Weil das ist natürlich ein ganz anderer Wortlaut, der dich natürlich wegschubst.
00:32:03: Es
00:32:05: gibt dazu auch einen wunderbaren Satz, den mir gerade einfällt des Psychiatas und Holocaust-Überlebender, Viktor Frankl, den ich ja immer wieder in meinen Vorträgen zitiere – die Reife des Menschen zeigt sich nicht daran dass er keine Bedürfnisse mehr hat sondern daran wie er sie mit dem Bedürflissen anderer in den Einklang zusammenbringt.
00:32:31: Und das ist jetzt nicht irgendwie eine altmotische Floskel, dass es die eigentliche Aufgabe in einer Partnerschaft aus meiner Sicht, die Verbindung herzustellen und die Bedürfnisse auch in die Balance zu bekommen und den anderen auch zu unterstützen.
00:32:46: Klingt auf alle Fälle sehr gut!
00:32:49: Gibt es noch so eine systemkritische Einordnung, die du noch mitgeben willst?
00:32:53: Weil ich so glaube dass der ganze Selfcare Boom da auch so eine gewisse Mitverantwortung trägt.
00:32:58: Das ist ja kein Boom mehr, das sind schon der Atomexplosion für dich in den letzten Jahren.
00:33:04: Ja und das ist mir sogar wichtig zu sagen wir leben wirklich in einer Zeit in der Selbstoptimierung so megatrend geworden ist und wahrscheinlich auch noch lange anhalten wird.
00:33:17: leider ja.
00:33:17: also die art und weise gefällt mir nicht so ganz, weil Die sache an sich hat echten wert.
00:33:23: menschen werden bewusster gesünder und reflektierter aber das marketing dahinter verkauft uns eine implizierte Botschaft deine entwicklung ist ein alleiniges projekt und da genau Du allein bist für deinen Wohlbefinden zuständig.
00:33:41: Und das ist einfach halt wahr!
00:33:43: Das ist einfach nicht rechtlich, wir sind Beziehungsmenschen und das ist eine extrem gefährliche Vereinfachung finde ich auch und die einfach nicht richtig ist im Gesamt.
00:33:54: Denn Menschen sind Relationswesen.
00:33:56: Wesen, der im wohl befinden Grund legen von Echtverbindungen zu anderen abhängt.
00:34:02: Auch wenn wir das manchmal nicht denken Wir können alles immer alleine nähen.
00:34:06: Das ist nicht richtig und es ist keine romantische Idee von mir Sondern das ist Neurobiologien.
00:34:12: Der Psychologieprofessor Matthew Lieberman, glaube ich heißt er hat in seinen Studien auch aufgezeigt dass soziale gehörne Ist nicht ein Zusatz zu unserem überleben Es ist der Kern.
00:34:24: Und wenn ich solche Selbstfürsorge so betreibe, dass sie mich aus echten Verbindungen herauslöst dann tue ich mir langfristig selber überhaupt gar keinen Gefallen.
00:34:34: Das ist eine sehr klare Aussage ja.
00:34:36: In welchen konkreten Alltagsschritte würdest du empfehlen?
00:34:39: So mal ganz kurz zusammengefasst.
00:34:45: Ja da hätte ich mal ein paar Punkte die vielleicht auch gut und einfach umzusetzen ist.
00:34:50: Da hätten wir die Tür offen gehste.
00:34:53: Erzähl dein Partner einmal kurz von deiner Woche, was dich innerlich bewegt hat und nicht was du getan hast.
00:35:00: Was dich innerlicht bewegt habt sondern was du dabei gedacht und gefühlt hast.
00:35:06: darum geht's das ist das innere.
00:35:08: ja.
00:35:09: dann dieses Thema da stille nebeneinander wenn du erholung brauchst probier einfach mal sie in der nähe des anderen zu verbringen ohne erwartungen sondern einfach nur Präsenz wirken zu lassen.
00:35:26: Und drittens hätte ich dann noch die Unterscheidungsfrage, die wir heute schon hatten.
00:35:31: Stell sie dir doch einfach mal selbst wenn Konflikte entstehen.
00:35:35: Fürchtet mein Partner gerade um uns oder fürchtet er sich selber?
00:35:39: Was braucht er von mir damit er wieder das Erste sieht?
00:35:44: Ich glaube es ist ein guter Zusammenfassung so ein bisschen für den Alltag.
00:35:49: Vielen Dank dafür.
00:35:50: Ich glaube, das war wieder eine wirklich dichte Episode und ich glaube sie trifft einen Nerv weil es so viele Menschen gibt die gerade ernsthaft an sich arbeiten haben wir ja grad gehört mit dem Boom der dahinter steht uns sicher.
00:36:02: aber trotzdem fragen warum ist in einer Beziehung gerade schwieriger wird und nicht leichter?
00:36:07: Ich hoffe dass wir heute ein bisschen Klarheit in dieses Paradox gebracht haben.
00:36:13: Ja Das war mir heute auch besonders wichtig an dieser Folge und wenn ihr aus diese Episode nur einen einzigen Satz mitnehmen wollt, dann gute Selfcare macht dich nicht unabhängiger von der Beziehung.
00:36:27: Es macht dich fähiger zu einem ausgeglichenen Beitrag zu deiner Beziehungen beizutragen ja?
00:36:34: Und das ist der Unterschied der Zelt.
00:36:36: Ja schön gesagt!
00:36:38: Für eine der nächsten Episoden können wir gerne wieder Vorschläge für Themen und unsere Umfragen machen.
00:36:45: Wenn ihr weitere Fragen, Erlebnisse oder Gedanken habt schreibt sie wieder uns.
00:36:49: Der Link ist wie immer in der Beschreibung.
00:36:51: Ihr findet uns auch auf Instagram, TikTok oder natürlich hier auf YouTube.
00:36:57: Bis dahin bleibt neugierig.
00:36:59: meine Lieben passt auf euch selbst sehr gut auf und auf eure lieben und achtet einfach auf alles was um euch herum passiert.
00:37:08: und Self-Care ist was Gutes, aber immer auch mit dem Partner.
00:37:12: Wir freuen uns wieder auf Euch bei der nächsten Episode von
00:37:16: Kopfkino
00:37:17: Reframed!
00:37:18: Bis bald!
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