10 Tage im Bett: Was Depression wirklich bedeutet.
Shownotes
Depression – was sie uns sagen will: ehrlich über den Weg aus der Dunkelheit zurück ins Leben. 🌱
Neue Folge von „Kopfkino ReFramed" mit Georg T. Roesl – diesmal über ein Thema, das Millionen betrifft und über das trotzdem viel zu selten offen gesprochen wird: Depression. Georg spricht als Autor, Speaker und Vorstand der Deutschen Stiftung für mentale Gesundheit – und als jemand, der schwere Depressionen selbst durchlebt und den Weg zurück gefunden hat.
Anhand echter Fragen aus der Community sprechen wir u. a. über:
– warum Heilung kein „Zurück zu früher" ist, sondern ein neues Normal
– warum Antriebslosigkeit keine Faulheit ist, sondern Biologie
– was Antidepressiva wirklich mit deiner Persönlichkeit machen – und was nicht
– wie man mit dunklen Gedanken umgeht – und warum Reden Leben rettet
– warum Depression manchmal ganz ohne erkennbaren „Grund" kommt
– wie du offen sein kannst, ohne dich angreifbar zu machen (Stigma und Job)
Keywords: Depression, mentale Gesundheit, Antidepressiva, Therapie, Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Stigma, seelische Gesundheit, Heilung, Selbstfürsorge, Achtsamkeit, Hoffnung.
⏱️ Kapitel
– Intro – Depression, was sie uns sagen will
– Werde ich je wieder normal? (Heilung und neues Normal)
– Faulheit oder Depression? (Antriebslosigkeit)
– Angst vor Antidepressiva
– Wenn dunkle Gedanken kommen
– Depression ohne erkennbaren Grund
– Stigma – offen sein im Job und Umfeld
– Fazit: „Ich bin nicht defekt"
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#Depression #MentaleGesundheit #Achtsamkeit #Psyche #KopfkinoReFramed
Transkript anzeigen
00:00:01: Hey Georg, steh auf!
00:00:03: Und die andere Seite sagte zu mir, warum?
00:00:05: Wenn ich aus dem Fenster fallen würde wäre ich diese Qual der Depression und diese tiefe innere Verzweiflung endlich los.
00:00:14: Du spürst dich selber nicht mehr ne du weißt auch nicht mehr so richtig welcher aktuelle Seelenzustand ist.
00:00:20: jetzt der
00:00:21: echte Willkommen zu einer neuen Folge von Kopfkino Reframed.
00:00:32: Heute sprechen wir mal über ein Thema, das unfassbar viele Leute betrifft aber über das einfach viel zu wenig noch geredet wird und vor allem ehrlich gerede wird Depressionen.
00:00:42: und was sie uns sagen will Georg herzlich willkommen.
00:00:45: schön dass du wieder da bist.
00:00:47: Du sitzt
00:00:48: hier heute mal nicht nur als Autor als Speaker und als Vorstand der deutschen Stiftung für mentale Gesundheit Du bist heute auch hier als jemand, der das Thema Depressionen die Dunkelheit dieser selbsterstörigen Erkrankung tatsächlich am eigenen Leib erlebt hat und dadurch musstest.
00:01:08: Mit allem was dazugehört?
00:01:10: Ja so kann man das beschreiben Markus vielen Dank!
00:01:13: So ist es.
00:01:14: du hast es ja als Co-Pilot von außen mit betrachten dürfen.
00:01:19: eine echt fucking schlimme Zeit, die man da als Mensch durchmacht.
00:01:23: Seitdem ich aber erkrankt bin und das finde ich fast noch erschreckender und bedenklicher hat sich unsere Gesellschaft ja auch in dem Bezug weiter... Ja, man kann es gar nicht anders sagen als in den letzten sieben acht Jahren verschlechtert wenn man sich da die Zahlen anschaut.
00:01:38: Als ich an krank war vor acht Jahren waren's ungefähr fünf Komma fünf Millionen Erkrankte pro Jahr Und jetzt sind wir bei neun Komma Fünf Millionen.
00:01:46: Das ist Echt irre, weil da stellt sich wirklich die Frage wie präsent ist dieses Thema in unserer Gesellschaft?
00:01:52: und trotz alledem finde ich passiert in dem Thema viel zu wenig.
00:01:56: Ja das ist eine erschreckend hohe Zahl wenn man es so hört und es wird immer interessant sein ob dieser Zusammenhang zwischen der Gesellschaft unter diesen hohen Zahlen tatsächlich ja so eintrifft.
00:02:11: Also wenn euch das Thema interessiert, könnt ihr das natürlich auch ein Thema für eine der nächsten Folgen sein?
00:02:16: Genau!
00:02:16: Schreibt es in die Community rein und würde uns auch interessieren.
00:02:19: Wir notieren uns das auch mal.
00:02:20: Wenn euch das interessiert dann versuchen wir da einmal herauszufinden wo da der Zusammenhang ist.
00:02:27: Ja okay aber jetzt mal von den Zahlen weg zu einer... Ich will doch heute ein bisschen anders einsteigen zu einer Geschichte aus der Vergangenheit.
00:02:33: Dann habe ich was mitgebracht.
00:02:37: Da würde ich jetzt mal einen schönen Absatz vorlesen und du lässt ihn mal auf dich wirken.
00:02:44: Ich mache alles, was du sagst.
00:02:47: Dieser Tag
00:02:48: fing an wie so viele andere Tage auch und sollte zu einem der dramatischsten meines Lebens werden.
00:02:53: um elf Uhr hatte ich ein Meeting mit meinem Geschäftsführer und dem Leiter des Projektmanagements.
00:02:59: Nach einer guten halben Stunde öffnete einer der Kollegen das Fenster des Besprechungsraums im vierten Stock und mir lief es eiskalt den Rücken runter.
00:03:08: Ich begann mich Gedanken verloren auf das Fenstern zu konzentrieren, ich spürte wie mich dunkle Dämonen aufsuchten und sich immer wieder derselbe Gedanke einstellte.
00:03:18: Wenn ich aus dem Fenster fallen würde wäre ich diese Qual der Depression und diese tiefe innere Verzweiflung endlich
00:03:26: los.".
00:03:29: Ja, wie wirkt das wenn man es nach so langer Zeit mal wieder hört diese Zeilen?
00:03:35: Boah!
00:03:36: Das ist ein heftiger Flashback den du dir hast da einfallen lassen.
00:03:41: Ich weiß gar nicht was ich da sagen soll außer dass ich echt dankbar bin dass ich durch die Therapie, durch die Medikamente und durch die Klinik, auch durch Unterstützung von Freunden und Familien einfach dann in die Lage versetzt worden bin mich aus dem Thema rauszuarbeiten.
00:03:57: Weil ein großer Arbeitsanteil hängt da auch an dir selber.
00:04:01: um mich wieder quasi so zurück zu entwickeln oder nach vorne zu entwickeln und zu verbessern und zu kalibrieren würde ich sagen sich neu einzustellen um zu heilen das es mir wieder gut geht.
00:04:14: Heute habe ich ja wieder, ja.
00:04:16: Ich verspüre einfach wieder Freude, wieder Kraft und kann meine Missionen um eine Passion folgen rund um das Thema Psychologie zu forschen mich zu interessieren es einfacher zu übersetzen für die Menschen da draußen Und ihnen natürlich auch Mut machen und zeigen wie sie sich da entwickeln können.
00:04:33: Ja und des darüber freue ich mich natürlich extrem bleibt natürlich trotzdem eine Herausforderung mit diesen vielen Störungen im täglichen Alltag umzugehen, das sind schon echte Challenges die ich da finde mit mir habe.
00:04:47: Aber ich hab natürlich auch festgestellt dass jeder von uns hat seine Challenges mit sich selber und mit seiner Umwelt und seinen Themen und daher freue ich mich drauf was da alles kommt und bin dankbar dass ich da recht fit und gesund wieder laufen bin.
00:05:03: Ja, es ist auf alle Fälle nicht langweilig mit dir.
00:05:05: Das muss man schon sagen.
00:05:07: Danke!
00:05:08: Ist war das ein Kompliment?
00:05:09: Ja also war ein Komplement.
00:05:10: Es ist auch ein Pluspunkt dass du die Sachen immer so gut erklärst.
00:05:14: Also gerade auch in diesen Themen, die ja jetzt nicht wirklich einfach sind aber da kommen wir später noch mal dazu.
00:05:19: Aber was mich noch interessiert Du hast von Störungen gesprochen.
00:05:22: Von welche Störung meinst Du da genau und wie belasten sie dich eigentlich?
00:05:27: Wie belasten Sie mich nicht?
00:05:30: Die bessere Erklärung.
00:05:32: Ja, also ich lebe natürlich mit den verschiedensten Diagnosen, mit denen ich mich aber dann an irgendeinem Punkt immer aufhöre, mich damit zu beschäftigen.
00:05:40: Das mache ich auch in meinen Trainings und so.
00:05:43: Wenn ich im Coaching-Seminare oder in den Webinaren arbeite... Ich konzentriere mich immer auf sie.
00:05:47: und jetzt meine Störungen.
00:05:50: Es ist natürlich eine schwere Depression mit Suizidgedanken.
00:05:55: Dann habe ich noch eine PTPS, also eine persttraumatische Belastungsstörung kennt man eher aus Kriegs.
00:06:00: Daher dann mein ADS und meine Bipolarität.
00:06:04: Mein Energiemanagement, mein Aufmerksamkeits-Management, meine Downphasen... Ich muss halt meinen Alltag anders managen sozusagen.
00:06:15: aber ich sehe es auch eher
00:06:17: als
00:06:19: was eher, was positiv ist.
00:06:21: Also wie du ja sagst mit mir wird es nicht langweilig.
00:06:23: das liegt daran weil ich so eine Vorschubrakete auch in mir immer noch habe und du kennst das ja gut.
00:06:30: wenn meine Vorschuprakete mal auf Zündung schaltet dann scheint es so zu sein für Leute, für andere sozusagen dass ich wie so ne Rakete durchschaute und dreizehn Sachen gleichzeitig mache ganz gut meistens fertigbringe, was natürlich die Leute da nicht mitkriegen.
00:06:46: Wenn ich dann sechs Wochen im Bett rumkrebse oder nennen wir es mal auf der Couch also quasi in so eine Halbdepression, in so einer bipolaren Störung, dann kaum Kraft habe, kaum Energie habe nur Notprogramm fahre aber genießt das falsche Wort!
00:07:01: Ich komme sehr gut durch diese Zeit Und das ist den Preis, den ich quasi zahle für meine Superkraft.
00:07:08: So nenne ich es ja immer für mich wenn ich mal ein Buch schreibe dann ratte ich das ja manchmal runter in der Geschwindigkeit wo ich mittlerweile gelernt habe dass das naja nicht ganz so der Durchschnitt ist.
00:07:19: und aber Ich bin darüber eigentlich recht happy und hab halt eine positive Einstellung auch dazu gefunden weil ich glaube jeder hat irgendwelche Sachen die er mit sich rumträgt oder mit denen ... leben muss, Menschen die behindert sind.
00:07:35: Ist ja das gleiche Problem, den man in Bein fehlt oder zwei.
00:07:40: Der ist auch täglich damit konfrontiert und so habe ich es halt auch.
00:07:43: aber... Ich komme da mit super zurecht und freue mich meines Lebens um meinen Spaß bin froh dass ich gesund bin rein körperlich gesehen psychisch gut bin jetzt der einzige hier der schriftlich hat dass er einen an der Waffel hat.
00:07:57: Das zeichnet mich ja schon immer aus und damit komme ich auch ganz gut zurecht.
00:08:03: Aber lass uns mal nicht so viel über mich reden, ich freue mich jetzt mal rein zu gehen in die Fragen von der Community, damit wir da uns damit mal ein bisschen tiefer beschäftigen können.
00:08:11: Haben hier heute ein echt spannendes Thema und hoffe es kommt gut bei den Leuten an!
00:08:15: Ja also wir haben da wieder viel Feedback und viele Fragen bekommen.
00:08:17: und die erste Frage heute kommt von Lisa aus unserer Heimatregion aus Nürnberg Und Lisa schreibt uns, ich habe das Gefühl.
00:08:25: Ich stecke seit Monaten fest und es wird gefühlt schlechter anstatt besser.
00:08:29: Wäre ich jemals wieder normal sein oder bleibt man innerlich für immer kaputt?
00:08:36: Ja, Lisa, das ist wahrscheinlich die häufigste Frage.
00:08:40: ja, die überhaupt in diesen schweren Zeiten die Leute, die damit betroffen sind sie stellen Ja, man sagt einfach das es oft erst mal leider schlimmer wird bevor es besser wird.
00:08:51: Klingt so ein bisschen nahe nach dass du gerade in so einer weiteren Abwärtsspirale bist Lisa.
00:08:57: aber ich sehe dich und ich verstehe dich da wirklich sehr gut und denke immer dran dass du mit solchen Problemen nicht alleine bist.
00:09:03: ja weil man mitten in der Depression einfach das Gefühl verliert Du spürst Dich selber nicht mehr ne?
00:09:09: Du weißt auch nicht mehr so richtig welcher Aktuelle Seelenzustand und Energiezustand ist jetzt der echte, der Tag wo es ... gut läuft oder die Tage, wo es schlecht läuft.
00:09:21: Und das macht einen natürlich auch phasenweise echt ein bisschen verrückt.
00:09:26: Das Gehirn ist quasi blockiert ne?
00:09:28: Du fühlst dich da einfach lost und hin-und hergerissen.
00:09:31: ja aber Glück und Hoffnung glaube Zukunft dass alle scheint dir dann auch weit weg zu sein.
00:09:37: Ja Aber die Antwort ist natürlich Lisa und dieses das wichtigste ja ich bin mir ganz sicher, dass du wieder gesund wirst.
00:09:44: Warum glaube ich das?
00:09:46: Weil schon allein so viele Menschen es ja auch geschafft haben und die Statistik, die zum Glück einfach für dich spricht.
00:09:53: Und dazu ist es auch so dass der Depressionen einfach heutzutage sehr gut behandelbar medizinisch psychologisch therapeutisch und durch dein eigenes Zutun.
00:10:05: Das ist ein entscheidender Faktor Ab dem Moment, wo du wieder anfängst dich nach oben zu arbeiten.
00:10:11: Also du quasi so den Boden erreicht hast.
00:10:15: Weil wenn du wieder klar wirst und dich selbst besser verstehst dann kannst du einfach mit der Zeit die Wellen, die einfach früher spüren.
00:10:22: Die Welle kommt an von was dich aus der Bahn schmeißt aber du spürst sie früher ja?
00:10:27: Und dann lernst du natürlich einfach sie zu reiten Anstatt dass du von der Welle überrollt wirst wie es wahrscheinlich jetzt oder halt auch in der Vergangenheit immer war.
00:10:37: Auch ich habe das gelernt und musste das schmerzhaft lernen.
00:10:40: Und lebe aber heute danach, dass ich einfach mehr eine gute Verbindung nach innen habe und alles was sich innen bewegt oder von außen auf mich zukommt, das einfach viel besser erhängeln kann.
00:10:53: Heißt es dann so, dass Heilung ist jetzt nicht eher ein Zurück zu früher sondern eher so eine Art neues Normal?
00:11:01: Ja, so könnte man sagen.
00:11:03: Du beginnst einfach zu lernen auf deine Signale zu hören was du früher nicht gemacht hast.
00:11:07: Du bist einfach drüber gegangen.
00:11:09: Du ist dein Norm gefolgt und in dem Herdentrieb mitgegangen.
00:11:13: Hast dich von anderen mitziehen lassen?
00:11:15: Hast vielleicht auch nicht darüber nachgedacht Und hast auch die Signale überhört, weil es kamen wahrscheinlich welche, die gesagt haben.
00:11:22: Nee, darauf habe ich eigentlich gar keinen Bock!
00:11:24: Ich will eigentlich lieber zu Hause sein.
00:11:26: Das sind so die kleinen Sachen auch, die sich dann in der Masse wiederholen, dass du dich mitzielen lässt anstatt dir zu folgen und... Wenn du dann wieder lernst auf deine Signale zu hören und dich selbst wieder besser lesen kannst, ja?
00:11:42: Dich fühlen und spüren kannst.
00:11:44: Dann hörst Du einfach wieder damit auf Lost in Space zu sein Und dich wieder auf deinen Kompass zu konzentrierst Deine Werten folgst herausfindest was sind deine Bedürfnisse und diese auch quasi verfolgt und vielleicht auch dann bedienst Ja und dann wieder mehr darauf achtestest mit dir lebst und mit dir in einem guten Einklang.
00:12:08: Weil wir heilen nicht zurück, sondern wir heilen ja immer weiter und verbessern uns sozusagen.
00:12:16: Lisa du wirst nicht wieder der Mensch, der du mal warst, sondern der, der gelernt hat einfach rechtzeitig auf seine Gefühle Emotionen um Bedürfnisse zu hören.
00:12:27: Und unter anderem musst du das auch tun damit du dich schützt weil deswegen kommst du aus der Balance
00:12:35: wieder gesund werden, hast du ja auch ein besseres Beispiel oder damit leben?
00:12:39: Hast du ja gezeigt.
00:12:40: Leben ist besser weil die Definition von Gesund, ich sage da immer wenn ich auch so Fachkonkurrenzen bin, wenn ich gefragt werde und sind sie jetzt wieder gesund?
00:12:49: dann sag ich jetzt erklären Sie mir erstmal was Gesundes und das werden die Antworten lustig, weil die Leute sich dann schwer tun.
00:12:55: Ich kann es für mich übrigens erklären was Gesund ist aber benutzen wir auch so inflationär, weil was eigentlich... gesund.
00:13:04: Wahrscheinlich
00:13:05: auch eine Frage der Diagnostik, ne?
00:13:07: Ja
00:13:07: genau und in der Psyche ist es quasi die Frage.
00:13:09: ich sage mir immer Ich will jeden Tag einen guten Tag haben aber ich akzeptiere es auch wenn ich zwanzig schlechter im Jahr habe weil deswegen bin ja noch nicht krank Und solange du dein Alltag schaffst dein Leben genießen kannst dann bist auf jeden Fall mal psychisch dann doch recht gesund.
00:13:24: Das ist glaube ich gut um uns zu sehen.
00:13:26: wie fühlt sich das denn an?
00:13:28: Wann merkt man denn so dass man nicht mehr so mittendrin ist sondern so wieder langsam ins leben auch zurück kommt?
00:13:33: Ja, das ist ein ganz, ganz leiser Prozess Markus.
00:13:37: Nicht der große Knall und von heute auf morgen geht's dir wieder super gut ja?
00:13:42: Sondern es sind die kleinen langsamen Schritte.
00:13:45: Die sind sehr unscheinbar!
00:13:47: Und wenn du sie wahrnimmst... Ich kann dich in meinem Heilungsprozess, das habe ich so in einem Treppenmodell für mich dargestellt, wo ich Monat für Monat Millimeter-Schritte gemerkt habe zum Beispiel und bin danach beim Friseur.
00:14:05: Und vier Wochen später machte das wieder, oder sechs Wochen oder acht Wochen... ...und ich bin danach nicht mehr drei Stunden erschöpft sondern nur noch zwei Stunden, das habe ich wahrgenommen!
00:14:15: Das war für mich im Heilungsprozess so eine starke Verbesserung einfach.
00:14:21: dass du einfach plötzlich wieder merkst, wie der Kaffee schmeckt oder das du wieder bei Musik einfach Gänsehaut bekommst.
00:14:28: Es sind quasi regelmäßige so Mini-Lebenszeichen die dir zeigen, dass das System einfach wieder aufwacht und wieder Festigkeit bekommt.
00:14:37: Du merkst es in so kleinen feinen Schritten, dass du wieder mehr schaffst oder auch wieder etwas mehr aushältst.
00:14:44: vor allem ich bin ja teilweise noch auf Konzerte gegangen einmal von dem Konzert nach zehn Minuten gegangen.
00:14:52: Ich habe das so einmal im Monat zwei, drei Tage lang dann frequentiert Töne oder Gespräche tausendfach stärker in mich rein und das halte ich halt an einfach nur zehn Minuten aus weil der Schutzfilter weg ist.
00:15:05: Das gehört zu meinen Nebenerscheinungen die ich aus meiner Erkrankung quasi noch dabei habe.
00:15:11: Schritt für Schritt, Tag für Tag Woche für Woche.
00:15:14: Wenn du merkst, dass du Mini-Fortschritte machst ... In unserer Gesellschaft haben wir heute ein Problem für dich.
00:15:19: Nämlich?
00:15:20: Wir definieren nur noch im Groß und eigentlich ist es nur das wichtig... Und in klein!
00:15:26: Ein Klein ist schon mal gar nicht wichtig.
00:15:28: Ich sage immer, Schritt für schritt, Tag per Tag, Woche für woche.
00:15:31: Und ein Fortschritt ist doch ein Fordschritt.
00:15:34: Man muss auch nicht sagen ich habe große Fortschnitte gemacht.
00:15:39: Also das Tempo oder auch rausnehmen.
00:15:41: Also immer in der eigenen Geschwindigkeit die kleinen Schritte machen und sie auch wahrnehmen.
00:15:46: Und nicht auf die großen Schritte sozusagen warten oder sich da irgendwie mit reisen lassen, ich glaube darauf kommt es an.
00:15:53: Das ist extrem wichtig.
00:15:54: ja dass du dich selbst spürst und das du fühlst, dass du wieder dieses Thema in Griff hast aber lernst bei dir zu bleiben und in deiner Geschwindigkeit zu gehen.
00:16:07: Bei sich bleiben?
00:16:08: Oder bei dir bleiben was meinste damit genau?
00:16:11: Na ja, man nähert sich quasi wieder seinem eigenen inneren Bild an.
00:16:17: Dass man zum Beispiel Entscheidungen nun seinen eigenen Leitlinien entlang wieder bewusster trifft und sich bewusst für sich entscheidet und für seinen Weg und für seine Richtung.
00:16:29: einfach, dass du sagst meine innere Seelenleben findet die Entscheidung auch gut und deswegen treffe ich sie in gegen der Meinung von anderen, wo du dich halt immer hast mitreißen lassen.
00:16:43: Und dann während der Entscheidung schon gemerkt hast eigentlich will ich das gar nicht und da... Das ist auch nicht einfach in der heutigen Zeit so.
00:16:51: wir sind ja schon Mainstream getrieben aber das hilft dir halt psychologisch im Balance zu bleiben.
00:16:58: Spannend also.
00:16:58: ich hoffe es hilft weiter.
00:17:00: und es führt uns auch schon zur nächsten Frage die wir von Tobias bekommen haben.
00:17:05: Und Tobias schreibt uns, ich schaffe es oft nicht mal die Wohnung aufzuräumen oder zu duschen.
00:17:11: Ehrlich gesagt fühle ich mich einfach nur faul nutzlos und ohne Disziplin.
00:17:16: Bin ich vielleicht selbst das Problem?
00:17:18: Oder ist das die Depression?
00:17:19: Tobias, dass er auf gar keinen Fall Faulheit ja oder irgendwas ähnlich klingen lässt... ...und du bist natürlich auf gar kein Fall nutzloses.
00:17:27: Das ist genau eine Thematik, die wir reframe sollten.
00:17:31: Ja!
00:17:32: Das ist Biologie Und das ist auch einfach nur eine Phase, in der du gerade steckst.
00:17:37: Weil in einer Depression verändert sich der Stoffwechsel im Gehirn Dopamin, Neuradetralin und Serotonin.
00:17:45: Der Wille ist da aber der Körper reagiert nicht.
00:17:48: Es ist quasi als würdest du versuchen ein Auto ohne Benzin zu starten Wird natürlich schwierig.
00:17:54: Ich kann mich an eine harte Phase erinnern zehn Tage lang im Bett und ich schaffte es die meisten tage nicht vor siebzehn Uhr aufzustehen und ich lag aber wie gefesselt im Bett, wo die eine Seite der Psyche mit ihr selber spricht sagt hey Georg steh auf.
00:18:15: Und die andere Seite sagte zu mir warum?
00:18:18: Ja das war um acht Uhr morgens und um siebzen Uhr habe ich es dann endlich mal geschafft Richtung Bart mich zu bewegen.
00:18:25: Das war mal so eine vierzehntägige, zehntägliche Phase und das gehört einfach zu dieser Erschöpfung und dem Erkrankungsbild.
00:18:33: Und genau das macht es ja so schmerzhaft weil du merkst, dass du irgendwie vielleicht immer wieder den Trigger hast zu sagen ich würde ganz gerne aber du kannst nicht.
00:18:44: Ja?
00:18:44: Und das ist natürlich ein totaler Fack ab.
00:18:47: Anders kann man es gar nicht sagen, das ist wirklich der brandschwierige Situation damit sich im Inneren selber gut zurechtzukommen.
00:18:57: Also was so quasi von außen betrachtet auf den Tobias vielleicht eher nach Faulheit und Bequemlichkeit ausschaut, ist mehr eigentlich eine körperliche Blockade oder?
00:19:05: Kann man das so sein?
00:19:06: Naja!
00:19:07: Der Geist steuert quasi den Körper und das führt dazu dass einfach beides in dem Fall einfach brutal erschöpft ist.
00:19:15: Wenn der Geist erschöpft ist, wird auch der Körper nicht reagieren.
00:19:19: Mal unabgesehen davon, ob er erschöpt oder nicht erschöpfet ist.
00:19:22: Er kriegt keinen Signal.
00:19:24: Du läufst einfach in so einem absoluten Notstrom.
00:19:27: Aber da muss man auch dazusagen gesunde verstehen das nicht.
00:19:30: Das habe ich auch lernen müssen, dass das Gesunde nicht nachvollziehen können was auch vorkommen in Ordnung ist.
00:19:37: Denn ich selber muss sagen wenn ich das nicht erlebt hätte wie die Psyche dir den Schalter... ausschaltet, ja tut man sich schwer das zu glauben auch.
00:19:49: Auch was andere so psychische Verrücktheiten ohne jetzt mal näher drauf einzugehen, was auf der Welt passiert mit Menschen die schlimme Dinge tun?
00:19:59: Ja, es ist krass.
00:20:01: Wie dünn das psychische Blatt ist und wie das auch gerade wenn's in Schieflage kommt negative Einflüsse auf dich haben können und auch auf deinen Handeln ja?
00:20:12: Und deswegen ist hier an dem Punkt auch so wichtig Das Thema mitgefühlt dass er für sich selber nicht sagt erst nutzlos sondern er isst grad in der Erkrankung.
00:20:20: das gehört zur Erkrankung und dadurch Ist das quasi ein Symptom und einen Effekt, der einfach dann eintritt wenn du diese Erkrankung hast?
00:20:31: Und da ist er natürlich nicht faul oder nutzlos.
00:20:33: Sondern es ist gerade krank.
00:20:36: Du bist einfach gerade erschöpft.
00:20:37: Und der Erschöpfung ist ja kein Charakterfehler.
00:20:41: Sie ist einfach ein Wahnsignal vom System.
00:20:43: Das sagt Alarm!
00:20:46: Hier geht's jetzt nicht weiter... ...du bist in einem absoluten
00:20:48: Notstromsituation.".
00:20:49: Muss man erst mal wirken lassen.
00:20:52: Alles Gute für dich, Tobias!
00:20:53: Ich hoffe das hilft dir auch weiter.
00:20:56: Die nächste Frage hat uns von Sarah erreicht aus der Karnevalshochburg Köln.
00:21:01: Sie schreibt uns dass sie starke Angst hat ihre Antidepressiva zu nehmen.
00:21:06: ich will nicht so ein Zombie werden oder mich verlieren verändert das meine Persönlichkeit.
00:21:11: Ja Sarah Diese Angst ist ja völlig nachvollziehbar.
00:21:14: Wer hat schon Bock auf diese Scheiß-Tabletten?
00:21:16: Ja, also mein Wort ist da klapsen Tabletten.
00:21:21: Also wenn man da alle Filme anschaut, die man gesehen hat dieses Bild der sich dann in unserer Gesellschaft und unseren Köpfen eingebettet hat was das mit diesen Tablettern zu tun hat, die ja immer sehr vereigemeinert ist... Also da kann ich die Angst einfach vollkommen nachvollziehen.
00:21:37: Alleine der Gedanke daran finde ich schon ist echt ein Scheißgefühl und dass du darauf keinen Bock hast, ja das ist einfach mehr als nachvollziehbar.
00:21:47: und die Ängste kann ich auch total verstehen, ja?
00:21:49: Das ist einfach extremst heftige Situationen.
00:21:52: und sich dann noch mit Medikamenten die man versteht die Situation nicht.
00:21:56: und wie soll man dann doch die Medikamente verstehen, weil es auch darüber einfach nicht so die gute Aufklärung einfach gibt, weil viele Menschen einfach immer noch denken dass solche Medikamente gefühlslos und deine Persönlichkeit einfach verändern.
00:22:11: Und das stimmt nicht.
00:22:12: Moderne Antidepressiva die sollen ja deine Persöhnlichkeit gar nicht verändern sondern sie lösen viel mehr Diplokaden damit deine Persönlichkeit wieder hervorkommt.
00:22:23: Das ist eigentlich der Sinn und Zweck dafür, dass du wieder im Alltag teilnehmen kannst.
00:22:28: Ich sag's gerne immer mal so, Tabletten sind wie eine Krücke bei einem gebrochenen Bein.
00:22:33: Sie helfen dir quasi wieder beim Laufen?
00:22:36: Aber sie gehen nicht für dich logischerweise.
00:22:39: Die Krücken sind auch nur ein Vehikeln.
00:22:42: Wenn ich es richtig verstehe, dann nehmen sie einen jetzt auch nicht die Komplette Emotionen sondern sie machen einen eher wieder zugänglich oder?
00:22:48: Ja!
00:22:49: Genau.
00:22:49: Mit den Emotionen ist ja quasi ... Das ist eine ganz andere Tablettenkategorie, ne?
00:22:53: Ich glaube es gibt sieben verschiedene Kategorien an Psychopharmaker und das ist eine andere Klasse von dem man da spricht.
00:23:03: Und auch da muss man wissen Man sagt dann Sie nehmen die Emotion, sie nehmen die Persönlichkeit.
00:23:09: Aber was passiert da wirklich ?
00:23:11: Das Thema Emotion, Persönlichkeit und sagen wir mal Ängste Das ist, soweit ich das jetzt als Laie sagen kann.
00:23:18: Ist im gleichen Gebiet im Gehirn angesiedelt und im Moment ist unsere Wissenschaft halt nur so weit dass die Tabletten die es dafür gibt sie können diesen diese Kategorie runterfahren da denkt man dann mal seine Persönlichkeit verändert und seine Emotionen sind nicht mehr da.
00:23:37: der Knackpunkt ist natürlich dass die Person die solche Tablette braucht vielleicht zum Beispiel gerade heftigste Ängste hat und Suizidgedanken Und durch den man diesen Block quasi runter fährt, verschwindet das was man ja auch als das wichtigere Ziel sieht.
00:23:54: Als diese Emotionalität.
00:23:56: aber es hängt halt leider zusammen.
00:23:58: Das ist so das Thema dazu.
00:24:01: Mir hat man damals einfach gesagt dass wenn ich die Tabletten nehmen würde und deswegen wurden sie mir auch empfohlen die antidepressiva Dass man mit mir wieder besser arbeiten kann weil du halt dann einfach auch mehr wieder zu dir findest, mehr Stabilität reinbekommst.
00:24:18: Mehr Ruhe auch hast und dann du an deinem Leben?
00:24:23: An deinem Fortschritt und auch an therapeutischen Arbeit quasi besser teilnehmen kannst.
00:24:29: ja Tabletten öffnen quasi ein Stück weit die Tür Aber durchgehen musst du natürlich dann wieder selber.
00:24:35: Mit Therapie, mit Struktur, mit Mitgefühl und mit dir selbst dich auseinandersetzen und an dir arbeiten können.
00:24:46: Okay also schon ein paar ganz interessante Auswirkungen von dem Tablettenthema.
00:24:49: aber woran merkt man denn jetzt konkret so dass die Tabletton anschlagen oder wann merkt mal das sie nicht anschlagen?
00:24:55: Und gibt es auch Placebos mit denen man arbeitet?
00:24:59: Das Tablettenthema ist für uns Betroffene Echt ein komplexer Fuckup, würde ich sagen.
00:25:06: Das beginnt schon alleine daran, weil wir fühlen uns ja auch wenn wir zum Arzt gehen, zum Psychiater, zum Thangapeuten und dann auf das Thema Tabletten kommen ist unser Lieblingswort wie ein Versuchskaninchen.
00:25:17: man doktat an uns rum Weil es gibt halt nicht die mechanischen Schalter wie bei einem Beinbruch Da hast du einen Röntgenbild da siehst ihr die zwei passen nicht zusammen.
00:25:25: jetzt passen sie zusammen Jetzt machen wir eine Scheile drum und dann gibts Und dann hält des wieder.
00:25:31: Deswegen gibt es bei uns da immer den Spruch, ich bin in der Versuchskaninchenphase.
00:25:35: Weil jeder von uns ist halt anders und verträgt auch solche Medikamente total unterschiedlich.
00:25:42: das sind ganz dosierende unterschiedliche Einstellungen.
00:25:46: ja daher kann's einfach oft auch mal sein dass die erste Antidepressiva zum Beispiel gar nicht anschlägt und man eine zweiten Wirkstoff aus dieser antidepressiver Welt ausprobieren muss bevor die Tablette dann einem die richtige Wirkung auch zeigt.
00:26:02: Weil es gibt ungefähr so, ich glaube, dreißig verschiedene Wirkstoffe nur in dem Bereich Antidepressiva und
00:26:08: jede
00:26:09: zielt auf ein bisschen unterschiedliches Erkrankungsbild ab?
00:26:14: hat aber auch unterschiedliche Nebenwirkungen und der eine hat die Nebenwürkungen, den andere nicht.
00:26:18: Der eine hält die Nebenwirkungen aus, der andere nicht... Und solange fühlt man sich ein bisschen wie so einen Versuchskanäntchen?
00:26:25: Und zu deiner Frage mit dem Placebothema.
00:26:28: also mir ist es nicht bekannt dass man Placebo-Placebo gibt Aber man sah den Antidepressivern immer mal wieder nach das sie gar nicht wirklich wirken sondern eher der Placeboeffekt wirkt.
00:26:42: Und dazu kann ich nur zwei Sachen sagen.
00:26:44: Also erstens mir war es herzlich wurscht, die Hauptsache ist wirkt egal ob Placebo oder nicht Placebo.
00:26:51: Dazu gibt's auch unterschiedlichste Studien, die auch darauf hindeuten das es eine Placebo-Wirkung in der Tablette gibt?
00:26:58: Ich kann aber bei mir berichten dass ich mal versucht habe die Tabletten abzusetzen damals Und hab das ein bisschen unkonventionell gemacht, wie halt ein Kältern so ist.
00:27:09: Ich habe es ein paar Tage vergessen und dann hab ich gedacht nach... ...ich lasse jetzt gleich mal ganz weg!
00:27:14: Soll man nicht machen?
00:27:15: Ja tut's auch auf keinen Fall, sondern schleicht aus und schleicht lange aus.
00:27:18: Ich hab's nicht gemacht.
00:27:19: Es hat tatsächlich über die elf Wochen funktioniert.
00:27:22: Wenn mir die Statistiken anschaut, ist man nach zwölf Wochen über dem Berg.
00:27:26: Also hat nicht viel gefegt, aber in der elften Woche... ...hat bei mir so die Wirkung zurückgeschlagen.
00:27:32: Boah!
00:27:32: Also daran habe ich gemerkt.
00:27:34: also wenn es Placebo gibt, hat da aber auch Placebo zurück geschlagen und daher war's mir einfach immer egal.
00:27:42: Die Nebenwirkungen müssen ordentlich vertretbar sein.
00:27:45: Die sind am Anfang oft heftiger.
00:27:48: Bei mir sind die Nebenwürkungen so nach einem Jahr soweit weg gewesen, dass sie mir nicht mehr aufgefallen sind.
00:27:56: Aber das Jahr war schon nicht so angenehm?
00:27:59: Aber wiederum viel angenehmer als in der Zeit wo ich die Scheiße hatte.
00:28:04: Daher Sarah!
00:28:05: Ich bin bei dir, ich drückte die Daumen, melde dich mal gerne wieder bei uns.
00:28:08: Toi toi toi!
00:28:09: Ja hochinteressanter Einblick also auch von mir.
00:28:12: daumen hoch Sarah.
00:28:14: wir drücken die Daume gut.
00:28:16: Das führt uns zur nächsten Frage.
00:28:18: Die kommt mal aus der Schweiz, aus Zürich.
00:28:20: Mal was Neues.
00:28:21: Die Daniela hat uns geschrieben... Ich erinnere mich selbst über diesen Gedanken.
00:28:33: Ich will eigentlich leben aber manchmal will ich nur dass es endlich aufhört wie zu tun.
00:28:40: Da werde ich immer hell wach, wenn dieses Thema kommt.
00:28:47: Und ich kann mich genau an die ersten Male in meinen Webinaren und Seminaen erinnern als jemand, der dieses Thema quasi auf den Tisch gelegt hat.
00:28:54: Dazu gehört echt viel Mut wirklich Respekt, dass du da dich draus des Offens anzusprechen und gehst dich auch informieren weil das ist ein sehr guter Schritt.
00:29:03: Daniela!
00:29:04: Suizidgedanken bedeuten nicht, dass du automatisch quasi sterben möchtest.
00:29:09: Sie bedeuten aber oft das du nicht mehr weiterleben kannst mit der Gesamtsituation dieses Schmerzes, dieses Druckes dieser Qual die da in dir drin steckt.
00:29:20: Dass du daraus willst und nicht aus dem Leben sondern du willst raus aus den Schmerzen diesen heftigen Druck einfach aus dieser Erkrankung, das ist was so in dir quasi dich da zwingt und dich in so eine Richtung drückt.
00:29:36: Lass dir auch gesagt sein, seventy-fünf Prozent der Menschen die eine schwere Depression haben, haben Suizidgedanken als Nebenerscheinungen.
00:29:45: Das ist wirklich ein entscheidender Unterschied.
00:29:48: Was du gerade fühlst, ist einfach eine extreme Überforderung.
00:29:52: Dein nervösystem absolut auf Maximum getrimmt.
00:29:58: Aber denkt dran, es ist kein endgültiger Entschluss.
00:30:01: Es ist quasi so wie ein Zwang sich die Lösung zu suchen, wie komme ich nur raus aus dieser schweren Depression?
00:30:10: In solchen Momenten musst du aber auch echt nicht alleine sein weil Suizidgedanken sind eine Nebenerscheinung der psychischen Störung.
00:30:18: Denkt dran, das ist eine Nebenerscheinung.
00:30:21: Das ist keine eigenständige Erkrankung oder Situation.
00:30:26: Das heißt, die psychische Störung, wenn sie besser wird, wenn du quasi therapiert bist und wenn du dich sehr gut um dich selber kümmerst, dann geht ja die psychischen Störungen runter, wird weniger, dein Leben wird wieder besser und dann schwinden auch solche Gedanken.
00:30:43: Sie werden weniger und werden nicht irgendwann wieder ganz verlassen.
00:30:48: Und sprich bitte mit jemandem sofort drüber weil das wird dir sehr gut tun.
00:30:53: ein vertrauter Mensch sein aus deinem familiären Umfeld, die beste Freundin.
00:30:58: Deinen Hausarzt habt ihr auch keine Charme.
00:31:01: oder mit der Therapeuten ja?
00:31:03: Oder der Psychiater.
00:31:04: oder vielleicht auch eine anonyme Stelle, an die man sich wenden kann wie die Telefonseelsorge.
00:31:10: da ist auch um da gleich dir praktisch was mitzugeben.
00:31:12: die Nummer Null Acht Hundert Eins Eins Eins Null Eins Eins eins oder die Null acht hundert Eins eins Eins Nulle Zwei Zwei zwei.
00:31:22: Die kennen solche Gespräche, die tun dich auch nicht vorverurteilen.
00:31:26: Die sind Menschen wie du und ich.
00:31:28: Und als ich an diesem Punkt war ist es einfach so, dass ich dir wirklich versprechen kann.
00:31:34: Der Moment in dem du über solche Dinge anfängst zu sprechen und dich öffnest ja?
00:31:40: Ist auch der Moment wo ein bisschen wieder Licht und Entspannung in dich reinkommt und der Druck ein bisschen weniger wird.
00:31:47: Ja und reden rettet Leben oft auch wörtlich gemeint.
00:31:52: Ich wünsche dir da ganz viel Kraft und Ruhe, meine Liebe!
00:31:55: Und Grüße gehen raus von uns
00:31:57: aus.".
00:31:57: Ja das
00:31:57: wünsch ich dir ja auch und in dem Fall ist ganz klar Reden Gold muss man so sagen.
00:32:03: eine Anschlussfrage hätte ich aber noch mal ganz kurz gibt es eigentlich so verschiedene Arten von Suizidgedanken die man dann auch irgendwie unterscheiden kann?
00:32:12: Also der entscheidende Unterschied, ich gehe jetzt mal davon aus dass die Dame in Behandlung ist und da werden die Leute schon wissen was sie auch tun.
00:32:22: Es geht natürlich darum immer viel zu reden und sich zu informieren.
00:32:26: Ich finde Wissen macht sagt man ja und hier es so das Wissen beruhigen kann.
00:32:34: Was ich weiß oder gelernt habe ist, es gibt passive und aktive Gedanken.
00:32:40: Das bedeutet so viel wie beide haben Suizidgedanken.
00:32:43: der eine Planzieh könnte man sagen Und wir hatten einen Fall in der Klinik auch heftig fällt mir gerade ein mit Patientin.
00:32:54: die war auch sehr unter Beobachtung.
00:32:55: also Wir waren auf einer normalen station aber die war sehr unter beobachtungen die musste sich jede stunde melden Und wir als Mit-Patienten haben dann festgestellt, dass sie konkret ihren Auszug plant und ihren Suizid plant.
00:33:09: Wir haben dann auch überlegt sollen wir uns das einmischen?
00:33:10: Sollen wir es nicht einmischern?
00:33:11: Natürlich haben wir uns eingemischt im Sinne von.
00:33:13: wir haben das den Schwestern mitgeteilt und dann hat man sie auch nicht gehen lassen weil sie hat konkret geplant.
00:33:19: und das ist so der feine aber heiße Unterschied zwischen denjenigen die damit sich noch im Alltag bewegen Und diejenigen, die dann vielleicht auch zwingend in die Klinik müssen.
00:33:32: Weil nur wenn du im aktiven Modus bist, darf man dir auch deine Freiheit nehmen als Selbstschutz.
00:33:41: Man muss dich von dir selber schützen, sagt man dazu.
00:33:44: Deswegen gibt es ja so diese Begriffe.
00:33:46: Du kommst in die geschlossene und in der Klinika wird das erklärt, du kommst nicht in den geschlOSSenen sondern du kommest in einen Schutzraum um dich vor der Erkrankung zu schützen.
00:33:55: Und weil es ja mit dir persönlich selber zusammenhängt, musst du da halt geschützt werden.
00:34:00: Damit du dir quasi selber nichts antust oder halt auch nicht vermeidlich irgendein anderem da was antust?
00:34:06: Ja ich merke schon man kann zwar viel darüber lesen aber man weiß einfach immer noch viel zu wenig über die Erkrankung dass das
00:34:12: einfach der Punkt ist.
00:34:12: Naja weil's einfach nicht on-walk ist damit hausieren zu gehen.
00:34:17: Gut
00:34:18: kommen wir zur nächsten Frage Die hat uns Nina eingereicht und Nina schreibt uns, ich habe Depressionen aber ich kann gar nichts sagen warum.
00:34:26: Ich hab keinen Streit, keinen Jobverlust, kein Trauma.
00:34:29: Mir geht es halt einfach schlecht!
00:34:31: Warum kann ich das nicht benennen?
00:34:33: Ja, das ist wohl eine der ehrlichsten Fragen überhaupt.
00:34:37: Wenn da so dieser Wahnsinn in die umtreibt und du kriegst darauf einfach keine Antwort.
00:34:42: Viele glauben ja man bräuchte einen Grund, um quasi depressiv sein zu dürfen.
00:34:47: oder warum ist man eigentlich depressiv?
00:34:49: Da treibt sich natürlich sehr jemand um mit der Frage Warum.
00:34:53: aber manchmal kommt eine Depression einfach von innen heraus und man erkennt lange oder vielleicht auch nie wo es her sei kommen könnte.
00:35:02: Weil es gibt ja auch die Fälle, das ist aus biologischen Gründen passiert, dass das Botenstoffsystem quasi eine Unbalance hat oder einen Schaben nimmt durch irgendwelche andere Auswirkungen und dann quasi man in diese depressive Phase einfach mal reinrutscht.
00:35:20: oder es kommt einfach aus dem inneren System heraus und es gibt kein Auslöser dafür oder irgendein bestimmtes Ereignis.
00:35:28: Oft ist so aber dass die Antwort auf zu viel Funktionieren herbeizuführen ist.
00:35:33: Zu wenig fühlen, sich zu wenig seinen Bedürfnissen hinzugeben, zu wenig auch mit sich im Reinen zu sein und seinen Hobbys nachzugehen... Diese verschiedenen Einflüsse auf dich, die es dann durch das lange Aushalten und des Zurückhalten von dem was du eigentlich gerne machen würdest zieht dich dann und drückt dich halt in diese Depressionsstimmung hinein oder halt in eine richtige Depression.
00:35:59: Dein Interesse sagt quasi ja durch so ne Depression.
00:36:02: ich kann nicht mehr Ja?
00:36:03: Und dass ohne Quasi ein klares warum.
00:36:08: der achte lieber darauf dass Du gerade Schaust, was brauchst du jetzt?
00:36:13: Damit es dir halt jetzt besser geht.
00:36:15: Das ist quasi die Frage, die dich umtreiben sollte.
00:36:19: Okay
00:36:19: aber wer ist nicht vielleicht hilfreich herzufragen wie komme ich wieder zu mir?
00:36:23: oder verstehe ich da etwas falsch?
00:36:25: Ne ganz genau Markus.
00:36:26: ja das warum hält dich in dem Kopf?
00:36:29: ne du stellst immer warum warum warum?
00:36:31: und damit bleibst du natürlich immer desto nach einer Antwort suchst Ja und nach dem Grund.
00:36:37: So der Antwort und Grund ist das, was du suchst.
00:36:39: Warum?
00:36:40: Wieso habe ich das?
00:36:41: Wies so trifft es mich?
00:36:42: Wo kommt's her?
00:36:43: Aber dabei is viel entscheidender... Das wie?
00:36:46: Weil es bringt dich zurück ins Herz in die Seele zu dir, der blickt nach innen.
00:36:52: Welche Bedürfnisse hast Du?
00:36:54: Volkst du deinen Werten in deinem Leben?
00:36:56: Gibt eine ganz interessante Übung, die ich immer auch ganz spannend finde.
00:37:01: suchst einen ruhigen Platz, wie vielleicht auch hier auf so einem Sessel.
00:37:04: Versuchst mal ein bisschen in die ruhige Atmung reinzukommen und schließt irgendwann mal die Augen ja?
00:37:10: Und versuchst mein Kontakt aufzunehmen zu deinem inneren Kind... ...und versuchste den Brücke hinzukriegen als du zwölf Jahre alt warst.
00:37:20: Da dir Bilder aufzurufen, als du halt in diesem Alter warst!
00:37:25: Wenn du den Kontakt hast dann stellst du eine Frage Wie findest du Als dein zwölfjähriges Ich hast du deinen Leben bis jetzt gelebt.
00:37:36: Und da kommen dann Antworten, ne?
00:37:37: Dann wird der dein inneres Kind sagen... Spannungsfrage!
00:37:40: Ja ich habe die Übung mal gemacht bei mir selber und hab das auf Kamera aufgenommen weil ich ja wissen wollte wie ist die erste Reaktion.
00:37:46: Bei mir kam so leiesen Grinsen rein weil wie du vorhin gesagt hast, mit mir wird's nicht langweilig.
00:37:51: Weil ich quasi mir nie erträumt hätte, dass ich so viele Sachen erleben darf in meinem Leben auch die Zeit mit der Depression was wirklich wahrlich scheiße war.
00:38:01: aber im Nachgang hat mir das einfach sehr viel gelernt bei dem Thema.
00:38:06: und daher ist einfach die Frage ja Was brauchst Du jetzt gerade damit es Dir besser geht?
00:38:11: Damit es dir gut geht?
00:38:12: Ja weil dort beginnt quasi die Suche und die Heilung.
00:38:17: Das ist, glaube ich eine gute Erklärung.
00:38:20: Gut!
00:38:21: Dann kommen wir auch schon zur letzten Frage für heute die uns von Ralf erreicht hat.
00:38:28: Ich habe eine schwere Depression und hab Angst meinen Arbeitgeber oder Freunden davon zu erzählen.
00:38:33: Ich will nicht abgestempelt werden.
00:38:35: Was soll ich sagen?
00:38:37: Das liebe Arbeitsthemen Ralf, das ist echt ein riesen Thema.
00:38:42: Scham, Angst und dieses Stigma der uns da begleitet in der Gesellschaft ist wirklich scheiße.
00:38:48: Anders kann ich es irgendwie gar nicht sagen.
00:38:50: Wir sind ja selber auch Arbeitgeber schon seit langer Zeit.
00:38:52: Ja wir haben hoffentlich einen guten Umgang und sehr offenen Umgang mit unseren Leuten da die's auch bei uns im Umfeld immer mal wieder trifft.
00:38:59: Da verstehe ich dich wirklich gut!
00:39:01: Die Wahrheit ist Ralf.
00:39:03: Depression ist einfach eine anerkannte Krankheit.
00:39:05: nur leider ist das in der gesellschaft noch nicht zu hundert Prozent so angekommen Und wir sind ja in einer sehr funktionalen und höher, weiter schneller Gesellschaft.
00:39:15: Da passt das natürlich nicht dazu wenn der Zug zweihundert fährt und du schaffst halt nur zehn kmh.
00:39:20: Aber trotz alledem haben natürlich viele wie du, du bist da ja nicht alleine einfach Angst davor offen damit umzugehen.
00:39:27: Weil ich finde es wichtig ehrlich damit umzugern.
00:39:30: Das ist bestimmt der richtige Impuls.
00:39:32: Aber ich kann dir auch nur raten, macht das sehr dosiert und besonders wir sind auch Arbeitgeber.
00:39:38: Es ist da vielleicht auch wichtig den Hinweis zu geben, dass du dich gar nicht komplett erklären musst.
00:39:45: Weil das solltest du dir da wirklich genau überlegen weil jeder darf einfach krank sein und sich auch einfach mal die Zeit nehmen und sich von seiner Krankheit zu erholen und sich darauf konzentrieren.
00:39:58: was den Arbeitgebern betrifft Da würde ich mir so was sagen, dass du gerade gesundheitlich in der schwierigen Phase steckst und Zeit für die Erholung brauchst.
00:40:08: Genau dieser Satz trifft auf Hunderte von Erkrankungen zu.
00:40:11: Es ist vollkommen dein Recht.
00:40:13: Und es auch richtig so, dass nicht mit jedem einfach mal so dahingesagt teilst, was du da hast.
00:40:19: Das reicht meiner Meinung nach also vollkommen aus.
00:40:23: Außerdem setzt du damit eine klare Grenze ohne, dass man dich rechtfertigen muss.
00:40:27: Also... immer authentisch bleiben, aber mit Selbstschutz.
00:40:30: Ja selbstschutz ist echt auch ein sehr gutes Stichwort wie ich finde weil ehrlich sein ist ja super aber ohne dich einfach nackt zu machen.
00:40:42: deine Geschichte reift die gehört dir die kannst du teilen aber musst du nicht.
00:40:46: du entscheidest wem du dich da anvertraust.
00:40:50: deinem Arbeitgeber musst du mitteilen dass du krank bist?
00:40:53: Nicht mit was so.
00:40:54: Und das ist auch vorkommen in Ordnung.
00:40:57: Weil ein Denk dran, Ralph!
00:40:58: Viel wichtiger... Du bist gerade nicht schwach sondern du bist einfach sehr erschöpft und darauf kommt es an dass du dich darauf konzentrierst um da dich wieder rauszuarbeiten.
00:41:07: Also man nicht lügen aber man muss halt auch nicht alles erzählen.
00:41:11: Das löst darauf kommt's glaub ich an.
00:41:14: Authentischer sein heißt ja jetzt auch nicht jedem alles auf die Nase zu finden.
00:41:19: Bleibt bei dir bleibt ihr treu und dazu gehört auch dich zu schützen.
00:41:22: Das ist ganz entscheidend.
00:41:23: Weil deine Abwägung ist, erzähle ich es oder erzähle nicht?
00:41:26: Schütze dich!
00:41:27: Geh danach wie du dich wohl fühlst, entziehe dich deinem Risiko.
00:41:31: und ja damit ist das auch auf jeden Fall eine richtige Entscheidung.
00:41:36: Ja nimm das mit Reif, ich hoffe das hilft dir weiter.
00:41:39: Also ich glaube aus meiner Perspektive wieder eine sehr spannende Sendung heute Georg wenn du jetzt alles was wir heute besprochen haben also so Depression Angst Schuldgefühle, das Thema mit den Medikamenten.
00:41:53: Das Thema mit der Arbeit.
00:41:55: Diese herangehensweise kleinen Schritte wenn du alles in einen Satz packen müsstest.
00:42:00: Wie würde er klingen?
00:42:04: Also ich bin nicht defekt aber ich bin ein Mensch der einfach gerade lernt sich selbst besser zuzuhören um besser zu sich selbst zu finden und das braucht einfach Zeit.
00:42:14: Klingt gut!
00:42:14: Ja also vielen Dank für deine Offenheit
00:42:17: Und
00:42:18: euch da draußen noch mal Danke fürs Zuhören, fürs Mitfühlen und natürlich für eure Fragen die wir immer wieder gerne hier auch präsentieren.
00:42:26: Wenn ihr Themen oder Fragen habt für die nächsten Folgen schreibt sie gerne in die Kommentare oder schickt uns eine Nachricht an die angegebenen Handynummer.
00:42:34: Die Infos dazu findet ihr wieder in den Shownotes.
00:42:37: Auch ich sage danke und freue mich auf die nächste Runde in zwei Wochen.
00:42:41: Und eure wie immer spannenden Fragen, da haben wir wirklich sehr viel Spaß und Freude dran.
00:42:46: Und denkt dran!
00:42:47: Dein Kopfkino hier bei uns kannst du einfach nicht immer ausschalten aber du kannst lernen die Regie dafür zu übernehmen.
00:42:54: also achtet gut auf euch und bis bald.
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